Ein super Tag im Gängeviertel

Das Gängeviertel ist ein selbstorganisierter Freiraum für Kunst, Kultur und Politik inmitten der Hamburger Innenstadt. Wie ein gallisches Dorf der Andersartigkeit trotzt es mit seinen alten Backsteinfassaden den Glas- und Stahlkonstruktionen der umgebenden Hochhäuser. Inhaltlich funktioniert es ebenso anders als die Umgebung – hier soll Stadtentwicklung und Zusammenleben „von unter her“ gedacht werden – die Bewohner selbst organisieren Veranstaltungsreihen, Konzerte, Feste, Diskussionen und Lesungen und eröffnen Räume für künstlerische und soziale Projekte. Die Häuser des Viertels sind Überreste einer viel größeren Arbeitersiedlung, die sich bis Mitte des letzten Jahrhunderts vom Hamburger Hafen bis in die Innenstadt erstreckte und aus dicht aneinanderstehenden Backstein- oder Fachwerkhäusern bestand, die nur von den schmalen, namensgebenden Gängen getrennt waren. Die heute noch stehenden Häuser zwischen Caffamacherreihe, Valentinskamp und Speckstraße haben die Sanierungsmaßnahmen nach der Choleraepidemie von 1892, den zweiten Weltkrieg und den geplanten endgültigen Abriss im Sommer 2009 überlebt. Eine Gruppe von etwa 200 Künstlern und Kreativen besetzte die alten Häuser, um unter dem Motto „Komm in die Gänge“ ein selbstverwaltetes Quartier zu schaffen, was auch gelungen ist – heute ist das Gängeviertel ein lebendiges Kunst- und Kulturzentrum. Wie Ihr einen ebenso lebendigen und bunten Tag dort verbringen könnt, erfahrt Ihr hier:

Morgens

Nach einem guten Frühstück bei uns in den Kitchenclubs fahrt Ihr von der Superbude St. Georg mit der U2 zum Gänsemarkt oder von der Superbude St. Pauli mit dem Bus 3 von der Bernstorffstraße zum Johannes-Brahms-Platz und lauft jeweils den Rest. Das Gängeviertel zu besuchen lohnt sich eigentlich immer – das Viertel ist allerdings nicht besonders groß, so dass Ihr es in kurzer Zeit durchqueren könnt. Für einen gesamten Tag dort lohnt es sich, zu einer der vielen Veranstaltungen zu kommen und das bunte Treiben der Besucher mitzuerleben. Das Viertel lebt durch die verwunschene Architektur, die vielen kleinen künstlerischen Details und vor allem auch die Leute, die es besuchen. Nehmt euch am besten eine gute Kamera mit und geht auf Motivsuche – so werdet Ihr schnell einige der vielen kleinen Kunstwerke entdecken. Nehmt Euch Zeit, nehmt die Stimmung auf und lasst Euch treiben!

Mittags

Das Nasch im Gängeviertel ist ein wirklich köstlicher Ort – dort gibt es vegetarisches und veganes Mittagessen (z.B. Paninis, Quiches und Aufstriche) und Kuchen, herrlichen Kaffee und ein inspirierendes Ambiente. Dort könnt Ihr Energie tanken und schlemmen. Direkt nebenan befindet sich ein sehr besonderer Laden: das feministische Sexshopkollektiv „Fuck Yeah„. Ein Besuch des kleinen Shops lohnt sich wirklich – neben den ausgewählten Produkten gibt es auch jede Menge Informationen und Denkanstöße zu Geschlechterrollenbildern, Körperidealen und sexuellen Normen. Nachdem Ihr das Viertel nun schon ein wenig erkundet habt, empfehle ich Euch, eine Führung mitzumachen. Dafür müsst Ihr Euch ein paar Tage vorher unter rundgaenge(at)das-gaengeviertel.info anmelden.

Abends

Für einen erlebnisreichen Abend im Gängeviertel könnt Ihr die lebendige JuPi-Bar aufsuchen und dort Geschichten aus dem Viertel lauschen. Außerdem bietet das Gängeviertel ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm. Jeden ersten Montag im Monat ist „Schontag“ in der JuPi-Bar – ab 20 Uhr werden dort Texte vorgelesen, dazu gibt’s Überraschungsdrinks, gemütlichkeit und Diskussionen. Jeden 1. und 3. Donnerstag Abend von 18-21h lädt die Farbfabrique zur offenen Siebdruck-Werkstatt ein. Beim Freakbike Friday an jedem 1. und 3. Freitag im Monat werden verrückte Fahrräder geschweißt – ein Muss für jeden Fahrradtüftler! Regelmäßige Tanztage gibt’s im Gängeviertel auch für Senioren über 60 bei der überaus beliebten Veranstaltung Faltenrock. An jedem ersten Freitag im Monat gibt’s eine Jam-Session – Mitmachen erwünscht!

Nun denn, kommt in die Gänge!

Eure Superbude

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